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Teil 1: Die Grundlagen der deutschen Wirtschaft.
Die Entwicklung bis zur Machtübernahme
[172]
C. 14 Jahre marxistische Mißwirtschaft
     und ihre Folgen

I. Das Versailler Diktat

1. Die Verlustbilanz von Versailles

Die wirtschaftliche Not, unter der Deutschland auch heute noch, 15 Jahre nach Beendigung des Krieges, leidet, geht in ihren Wurzeln auf den unglücklichen Ausgang des Krieges zurück. Selbst wenn man annimmt, daß 1918 die Möglichkeit nicht mehr bestand, mit den in Deutschland vorhandenen menschlichen und wirtschaftlichen Kräften den Krieg weiterzuführen, da jenseits der Schützengräben Reserven aus der ganzen Welt gegen Deutschland aufgeboten wurden, so muß man feststellen, daß es ein Verbrechen war, das deutsche Heer in wenigen Wochen restlos aufzulösen und Deutschland schutzlos den feindlichen Armeen preiszugeben. Diese Tat der Marxisten, die man mit Recht das Novemberverbrechen nennt, bestand darin, daß man die Armee, die treu zu ihren Offizieren gestanden hätte, nicht zusammenhielt, sondern den Staat den roten Arbeiter- und Soldatenräten auslieferte. So konnten die Gegner diesem marxistischen Deutschland weit über die im Waffenstillstand vereinbarten 14 Punkte Wilsons hinaus, den Versailler Vertrag aufzwingen, der in seiner Härte nicht übertroffen
Der Vertrag von Versailles
[173]     Der Vertrag von Versailles.     [Vergrößern]
werden konnte und unermeßbare Leiden, Nöte und Enttäuschungen über das deutsche Volk gebracht hat. Was nützten alle papierenen Proteste, nachdem man sich selbst entwaffnet hatte. Die Gewalt des Siegerwillens regierte, und politisch und wirtschaftlich mußte sich Deutschland in der Folgezeit das Gesetz des Handels von seinen Feinden diktieren lassen.

Was unmittelbar an den Feind ausgeliefert werden mußte, zeigt eindringlich das Schaubild. Nicht weniger als 13% der Bodenfläche, darunter das lothringische Erzgebiet, der wertvollste Teil des an Kohle und Erzen reichen Oberschlesiens und wichtige agrarische Überschußgebiete gingen verloren. Das deutsche Volksvermögen, das für die Vorkriegszeit auf etwa 320 Milliarden Reichsmark berechnet wurde, ist durch das Versailler Diktat, die Kriegsverluste und fortdauernde Blutentnahme durch die Reparationen auf 200 - 220 Milliarden Reichsmark zusammengeschrumpft.

Was Deutschland weggenommen wurde!
[175]      Was Deutschland weggenommen wurde!

Die Besatzungszonen im Westen
[178]      Die Besatzungszonen im Westen.      [Vergrößern]



2. Die Abstimmungen

Auf die einzelnen Phasen der damaligen Verhandlungen soll hier nicht eingegangen werden. Es ist eine Kette von Demütigungen des deutschen Volkes, eine rohe Gewaltpolitik, wie sie rücksichtsloser übermütige Sieger niemals durchgeführt haben. Besonderen Hinweis verdient die Verhöhnung des feierlich verkündeten Selbstbestimmungsrechtes der Völker. Unter dieser Devise wurde 3,5 Millionen Deutschen im Osten und Norden gegen ihren Willen die Zugehörigkeit zu ihrem Vaterlande abgesprochen, um etwa 3 Millionen Fremdsprachige dem angeblichen deutschen Joch zu entreißen. Überall in den verlorenen Gebieten waren die Deutschen die Hauptkulturträger. Wo sie in der Minderheit waren, stellten sie den
Das Ergebnis der Volksabstimmungen 1920/21
[175]      Das Ergebnis der Volksabstimmungen 1920/21.
alteingesessenen, gebildeten und wohlhabenden Teil der Bevölkerung dar. Sie waren die Träger von Handel, Gewerbe und [173=Abb.] [174] Industrie; ihnen gehörte der größte Teil des städtischen Grundbesitzes und der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Wo das Selbstbestimmungsrecht zugunsten Deutschlands sprechen könnte, ist es überhaupt nicht durchgeführt worden. 6½ Millionen Deutschen in Österreich, 3½ Millionen in der Tschechoslowakei wurde der gewünschte Anschluß an das Deutsche Reich ausdrücklich versagt. Wegen seines Waldreichtums und des Vorkommens an Zinkerzen wurde Eupen-Malmedy den Belgiern gegeben. Elsaß-Lothringen, uraltes germanisches Siedlungsgebiet, mit seinen zahlreichen Städten rein deutschen Gepräges, wurde wegen seiner Erzschätze, Kaligruben und ausgebauten deutschen Textilindustrie von den Franzosen geraubt. In Nordschleswig wurde die erste Abstimmung veranstaltet. Obwohl in der zweiten Zone 80% der Einwohner für Deutschland stimmten, wurde eine neue Grenzlinie festgelegt, die mitten durch diese Zone geht und 40 000 Deutsche Dänemark einverleibt. In den Provinzen Posen und Westpreußen kamen 1,4 Millionen Deutsche unter polnische Herrschaft, darunter fast nur von Deutschen besiedelte Gebiete, weil Polen einen Zugang zum Meere haben sollte. Danzig und das Memelgebiet wurden unter fremde Verwaltungshoheit gestellt. Ostpreußen wurde ganz vom Reiche losgelöst und kann nur über polnisches Gebiet erreicht werden. Das größte Unrecht wurde Oberschlesien angetan.



3. Die Zerreißung Oberschlesiens

Wirtschaftliche Verluste in Oberschlesien
[177]      Wirtschaftliche Verluste
in Oberschlesien.      [Vergrößern]
Ohne Volksabstimmung gingen 511 Quadratkilometer vorwiegend ländlicher Gebiete Niederschlesiens mit 26 000 Einwohnern an Polen verloren. Das fruchtbare und kohlenreiche Hultschiner Ländchen wurde gegen den Willen seiner gesamten Bevölkerung von rund 50 000 Menschen der Tschechoslowakei zugeteilt. Im oberschlesischen Industriegebiet wurde eine Volksabstimmung veranstaltet, die 59,8% deutsche Stimmen brachte, trotz rücksichtsloser polnischer Bestechungs- und Einschüchterungsmachenschaften. Damit hatte sich Oberschlesien trotz allen Terrors für den Verbleib im deutschen Staatsverbande erklärt. Trotzdem wurde durch einen Beschluß der Pariser Botschafterkonferenz das oberschlesische Abstimmungsgebiet zwischen
Die Zerreißung des oberschlesischen Industriegebietes
[177]     Die Zerreißung des oberschlesischen Industriegebietes.
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dem Deutschen Reich und Polen geteilt. Unser Bild zeigt, wie das zusammenhängende Wirtschaftsgebiet durch die neue Grenze rücksichtslos zerschnitten wurde. Selbst Häuser, Industrie- und Verkehrsanlagen wurden auseinandergerissen. In dem abgetrennten Teile setzte bald der rücksichtsloseste Kampf der Polen gegen das deutsche Volkstum ein. Deutsche Schulen wurden geschlossen, die deutsche Presse wurde unterdrückt und die deutschen landwirtschaftlichen Besitzer und Industriellen mit allen Mitteln zum Konkurs getrieben, damit die Güter von polnischen Besitzern ersteigert werden konnten. Über eine Million Deutsche wanderte so aus den polnisch gewordenen Gebieten ab. 50 000 Deutsche, die für ihr Vaterland optiert hatten, wurden aus dem Lande getrieben. Darüber hinaus hat Polen nicht aufgehört, die deutschen Einwohner der geraubten Gebiete zu drangsalieren.



4. Das Saargebiet

Die deutschen Kohlengruben an der französischen Grenze längs der Saar konnte man nicht ohne weiteres als französisch erklären, weil die Bevölkerung wirklich 100prozentig deutschstämmig ist. So schuf man das Saarstatut, wodurch das Land französisches Zollgebiet wurde. Verwaltungstechnisch unterstellte man das Saargebiet dem Völkerbunde, duldete es aber, daß zeitweise 5000 Franzosen, angeblich zur Aufrechterhaltung der Sicherheit, in das Saargebiet eindrangen. Widerrechtlich wurde auch die französische Währung eingeführt und mit allen [175=Abb.] [176] Mitteln versucht, die 765 000 Einwohner für Frankreich zu gewinnen. Aber die französische Propaganda konnte bei der kerndeutschen Gesinnung der Saarbevölkerung nichts erreichen; und wenn es 1935 zu der im Versailler Vertrag vorgesehenen Abstimmung kommt, werden die Franzosen eine 100prozentige Absage bekommen. Dann wird das letzte besetzte deutsche Gebiet im Westen von französischer Herrschaft wieder frei: "Deutsch bleibt die Saar immerdar!"

Das deutsche Saargebiet
[178]      Das deutsche Saargebiet.



5. Der Raub der deutschen Kolonien

Frankreichs Militarisierung der Kolonien
[179]      Frankreichs Militarisierung der Kolonien.
Wenn man einerseits die Berichte hört, die Eingeborene der französischen Kolonie über das unmenschliche Verhalten der französischen Kolonisatoren geben, auf der anderen Seite aber von Hunderten von Augen- und Ohrenzeugen, selbst von Engländern und Amerikanern erfährt, wie heute noch mit größter Hochachtung die Eingeborenen in den ehemaligen deutschen Kolonien von ihren früheren deutschen Herren sprechen, so wird der ganze Lug und Trug, auf dem das Versailler Diktat aufgebaut ist, am wirkungsvollsten aufgedeckt. Der Raub der deutschen Kolonien wurde durch folgende drei Anschuldigungen gerechtfertigt: Deutschland habe sich in den Kolonien Stützpunkte für seine Welteroberungspläne schaffen wollen, es habe die Eingeborenen militarisiert und habe sich durch schlechte Behandlung der Eingeborenen als unfähig und unwürdig zum Koloni- [177-179=Abb.] [180] sieren erwiesen. Der Punkt eins ist lächerlich, über ihn läßt sich nicht diskutieren, der Punkt zwei ist durch das vorstehende Schaubild so schlagend widerlegt, daß Worte überflüssig sind. Auch der Punkt drei ist eine glatte Lüge, wie durch tausend Veröffentlichungen der Nachkriegszeit hinreichend erwiesen ist.

Die ehemaligen deutschen Kolonien unter fremder Mandatsherrschaft
[176]      Die ehemaligen deutschen Kolonien
unter fremder Mandatsherrschaft.
Der Raub der deutschen Kolonien ist ein schnöder Betrug, begangen an der Welt, der moralische Gründe vorgespiegelt wurden, während es heute feststeht, daß allein machtpolitische Gründe und vorher längst abgeschlossene Geheimverträge maßgebend waren. Im Punkt 5 hatte Wilson zugesichert: Freie, aufrichtige und unbedingt unparteiliche Schlichtung aller kolonialen Ansprüche. Deshalb muß Deutschland vor aller Welt nach wie vor fordern, daß das koloniale Unrecht wieder gutgemacht wird. Das untere Bild zeigt, daß die deutschen Kolonien wirklich im besten Zustand waren, sonst hätte die Ausfuhr von den Mandataren nicht so gesteigert werden können. Die von Neutralen stammenden Berichte aus den ehemaligen deutschen Kolonien zeigen nur allzu deutlich, daß die geordnete Verwaltung und Rechtsprechung sowie die kulturelle Ausbildung der Eingeborenen immer mehr ins Wanken gerät. Deutsche Ärzte waren es, die in den Kolonien ein Mittel gegen die Schlafkrankheit fanden und damit geradezu eine kulturelle Großtat auf kolonialem Gebiete vollbracht haben. Die jetzigen Herren der Kolonien lassen aber die Eingeborenen ruhig dahinsterben. Die Sterblichkeit ist in allen ehemaligen deutschen Kolonialgebieten wieder stark angestiegen, und selbst englische Besucher müssen zugeben, daß weite Plantagen zerfallen und viele von den Deutschen gebaute Straßen und Eisenbahnen nicht mehr betriebsfähig sind.

Größe und wirtschaftliche Bedeutung der ehemaligen deutschen
Kolonien
[179]      Größe und wirtschaftliche Bedeutung der ehemaligen deutschen Kolonien.      [Vergrößern]
Der Außenhandel der ehemaligen deutschen Kolonien
[179]      Der Außenhandel
der ehemaligen deutschen Kolonien.
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Nationalsozialistischer Wirtschaftsaufbau
und seine Grundlagen

Ein bildstatistischer Tatsachenbericht

Dr. Paul Blankenburg und Max Dreyer