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V. Die volkspolitischen Auswirkungen im Sudetendeutschtum

2. Sudetendeutsche Elendsbilder   (Forts.)

Der wirtschaftliche Zusammenbruch des Rumburger Bezirkes

Ein Fabrikskesselhaus in Nordböhmen nach dem Abwracken.

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      Ein Fabrikskesselhaus in Nordböhmen nach dem Abwracken.
Im Hochsommer 1936 richtete der greise Kammerpräsident von Reichenberg, Theodor Liebig, an den Staatspräsidenten eine Denkschrift, aus welcher die bewußte Benachteiligung des deutschen Sprachgebietes gegenüber dem tschechischen klar hervorgeht. Auf 1000 Deutsche entfallen im Durchschnitt im Industriegebiet über 80 Arbeitslose, auf 1000 Tschechen nur 10 - 15.
Der Landespräsident von Böhmen, Dr. Sobotka, hat seinen beabsichtigten Besuch des nordböhmischen Notstandsgebietes abgesagt. Darauf wurde ihm eine von der Kreiskanzlei Rumburg des deutschen Hauptverbandes der Industrie verfaßte Denkschrift im Dienstwege übermittelt. Die Denkschrift hat folgenden Inhalt:

An den
Herrn Landespräsidenten
in Prag.

      Die Arbeitsverhältnisse im Bezirke Rumburg sind katastrophal. Die Rumburger Decken- und Möbelstoff-Industrie und die Schönlinder Wirkwarenindustrie sind Spezialindustrien, die durch ihre hochwertige Ware Weltruf hatten und auf dem Weltmarkte bestens eingeführt waren. Der Fleiß, verbunden mit Geschmack und Tüchtigkeit, und die Sparsamkeit der Erzeuger haben diesen Weltruf begründet und dem Fabrikate überall Eingang verschafft. Und wiewohl diese Eigenschaften der Industrie und ihrer Arbeiterschaft auch weiterhin aufrecht blieben, ist es doch nicht gelungen, den Nieder- [340] bruch dieser Industrie zu verhindern. Daß man hier von einem wirklichen Zusammenbruch sprechen kann, wollen wir an Hand einiger Ziffern klarlegen:
      Das beste Spiegelbild gibt der Pflichtversichertenstand bei der Bezirkskrankenversicherungsanstalt Rumburg. Während dieser noch im Mai 1929 12.602 Personen betrug, stellte sich die Pflichtversichertenstand am Ende des Jahres 1934 nurmehr auf 6344 Personen. Die Zahl der Beschäftigen in der Textilindustrie ist von 6741 Personen im Mai 1929 auf 2802 Personen im Dezember 1934, in der Maschinen- und Metallindustrie von 609 auf 251, in der Papier- und Lederindustrie von 260 auf 94, in der holzverarbeitenden Industrie von 370 auf 147 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosigkeit in unserem Bezirke ist daher enorm, 4561 gänzlich Arbeitslose und 1998 Kurzarbeiter, daher insgesamt 6559 Arbeitslose. Der Rumburger Bezirk zählt bekanntlich zu den Bezirken mit der größten Arbeitslosigkeit. (Von den 225 Bereichen der Bezirksbehörden in unserem Staate, geordnet nach der Höhe des Prozentsatzes der mit Ende Juli 1934 von der Arbeitslosigkeit betroffenen Bevölkerung, wird der Bezirk Rumburg bereits an dritter Stelle (!) angeführt, er gehört also zu den drei Bezirken mit der größten Arbeitslosigkeit in unserem Staatsgebiete.)
      Wie groß die Not im Bezirke Rumburg ist, beweist auch der Umstand, daß die Sterblichkeit den Geburtenrückgang überwiegt. Der Sterbeüberschuß betrug im Jahre 1934 42 Personen. Dabei ist die Selbstmordziffer geradezu furchtbar. Diese beträgt fast das Vierfache des Gesamtdurchschnittes in Böhmen.
      Die Industrie des Rumburger Bezirkes ist auf den Export angewiesen. Die Rumburger Decken- und Möbelstoffindustrie exportiert mehr als 60 Prozent ihrer Erzeugung in das Ausland, die Schönlinder Wirkwarenindustrie 40 bis 50 Prozent. Die Hindernisse aber, welche heute der Exportindustrie in den Weg gelegt werden, sind derart, daß der geradezu sprichwörtlich gewordene Unternehmungsgeist des nordböhmischen Industriellen allmählich erlahmen muß. Denn was nützen ihm alle Anstrengungen, Opfer von Geld, Zeit und Mühe, wenn er durch handels- oder währungspolitische Schwierigkeiten sich plötzlich um den ganzen Erfolg seines Geschäftes gekommen sieht.
      Ungarn war z. B. das Hauptabsatzgebiet der Rumburger Decken- und Möbelstoffindustrie. Durch die Kündigung des Handelsvertrages mit Ungarn im Dezember 1930 hörte mit einem Schlage jedes Geschäft mit Ungarn auf, wodurch die Rumburger Textilindustrie derart schwer betroffen wurde, daß sie sich hiervon überhaupt nicht mehr erholen konnte. Man darf nicht vergessen, daß Ungarn ein Absatzgebiet war, wo zwei große Kunden so viel abnahmen, wie der ganze tschechoslowakische Absatzmarkt aufnehmen kann. Wiewohl wir wiederholt darauf hingewiesen haben, welche verhängnisvollen Folgen unsere Handelspolitik für unsere Industrie hat, sind all diese Bitten und Beschwerden verhallt, ohne daß sie einen Erfolg gezeitigt hätten.
      Die Folge davon ist, daß Großbetriebe wie Hielle und Wünsche, mechan. Webereien in Rumburg und Schönlinde, mit zirka 500 Arbeitern, Franz Preidel, mechan. Weberei in Rumburg, mit 400 - 500 Arbeitern, Filipp Michels Söhne, Wirkwarenfabrik in Gärten, mit 500 Arbeitern, aufgehört haben, Erzeuger zu sein. Weiters haben mit der Erzeugung aufgehört fol- [341] gende Firmen: August Marschner und Sohn, Wirkwarenfabrik in Schönlinde, mit zirka 100 Arbeitern, Edmund Tietze, mechan. Weberei in Rumburg, mit 140 - 150 Arbeitern, Jos. Jul. Preußger in Schönlinde mit 60, Wilhelm Wunder in Schönlinde mit 50 und Karl Worf in Rumburg mit zirka 30 Arbeitern. Die Tore dieser bekannten Fabriken sind geschlossen und nur die Färberei, also ein kleiner Teil, der Firma Hielle und Wünsche in Schönlinde kann noch arbeiten. Die übrige Industrie des Rumburger Bezirkes arbeitet lediglich mit einem Drittel bis höchstens 40 Prozent (!) der Kapazität. Es bedarf wohl keines Hinweises, daß es bei einer solchen Kapazität ausgeschlossen ist, daß sich die Firmen auf die Dauer lebensfähig erhalten können.
      Sehr geehrter Herr Landespräsident! Die Tatsachen, die wir vorgebracht haben, sind leider wahr und wir bitten Sie in wirklich letzter Stunde um Ihre wertvolle Unterstützung. Helfen Sie uns, damit der Not unseres Bezirkes wenigstens einigermaßen eine Besserung entgegengesetzt wird und wieder Hoffnung in die Herzen unserer Bevölkerung einziehen kann.
      Eine Besserung der Verhältnisse ist nur dann möglich, wenn das Außenhandelsvolumen, d. h. also Ausfuhr und Einfuhr, gehoben wird. Dies ist der einzige Weg, auf dem wir die Möglichkeit zu einer Besserung erblicken. Um dies zu erreichen, brauchen wir günstige Handelsverträge, Beseitigung der Exporthindernisse wie Clearing, Kontingentierung, Bewilligungsverfahren, hohe Einfuhrzölle usw.
      Der Industrie müßten raschest langfristige und billige Kredite zur Verfügung gestellt werden, damit sie in finanzieller Beziehung Bewegungsmöglichkeiten bekommt. In dieser Hinsicht verweisen wir auf die Industrieförderung in andern Ländern, wie z. B. Italien, Belgien und USA. Die Bestrebungen, eine Verflüssigung auf dem Geld-, bzw. Kapitalmarkte herbeizuführen, beschränken sich bei uns auf Geldanstalten u. dgl., lassen aber die Bedürfnisse der Industrie außeracht. Sie gehen von der irrtümlichen Ansicht aus, daß auf indirektem Wege durch die bisher eingeschlagenen Methoden eine Verbesserung in der Industrie erreicht wird. Dieser Prozeß ist jedoch viel zu langwierig und wird in der Zwischenzeit ein weiterer Teil unserer Industrie aus dem internationalen Konkurrenzkampfe ausscheiden. Die Differenz in der Kreditkosten-Höhe in unserem Staate im Vergleiche zu der in anderen Ländern ist viel zu groß, als daß unsere Industrie auf dieser Basis wettbewerbsfähig erhalten werden könnte. Die Aufrechterhaltung des heutigen Zustandes macht es unserer Industrie unmöglich, ihre Anlagen zu erneuern, bzw. den laufenden Erfordernissen anzupassen und so wird es unsere Industriepolitik zuwege bringen, daß unsere Industrie immer mehr und mehr in andere Länder verpflanzt wird, wodurch unsere Arbeiter einer zunehmenden Verelendung entgegengehen und als inländische Konsumenten immer mehr ausgeschaltet werden. Im Zusammenhange damit möge die Vorschreibung der Steuern samt Zuschlägen und Nebengebühren sowie ihre Eintreibung die Notlage der Industrie berücksichtigen und ihr nicht Lasten zumuten, die sie heute nicht mehr tragen kann....
      Wir bitten Sie, sehr geehrter Herr Landespräsident, ergebenst und dringendst um Ihre Unterstützung...."

[342] Seither sind Wochen und Monate vergangen. Der auf das Papier gebannte Hilferuf ist unbeachtet geblieben. Die Denkschrift hat ihre Eingangsnummer erhalten wie tausend andere und ruht heute in irgendeinem Aktenschrank in Prag. Und oben im nordböhmischen Industriegebiet hungern und hoffen tausende deutsche Arbeitsmenschen...



19 Gemeinden luden ein

19 Gemeinden des nordböhmischen Elendsgebietes von Kratzau und Umgebung hatten Parlamentarier aller Parteirichtungen zur Besichtigung der Zustände in diesem Notstandsgebiet eingeladen. Der Bezirk Kratzau-Grottau zählt etwas über 26.000 Einwohner, die sich in weitem Gebiet auf neunzehn Gemeinden verteilen. Sie fanden in der Hauptsache in den Textilbetrieben, - solange die Wirtschaft gesund war - Arbeit und Brot, hatten als Händler, Krämer und Handwerker eine gute Existenz und man konnte sogar von einem bestimmten Wohlstand des Kratzauer Gebietes sprechen. Seit dem Einbruch der Weltwirtschaftskrise ist dieser blühende Industriebezirk vollständig zusammengebrochen, in allen Gemeinden herrscht Not und Elend, wütet der Hunger. Die Mehrzahl der Fabriken haben nach und nach ihre Tore geschlossen und es besteht zur Zeit nicht die geringste Hoffnung auf Besserung.

Die Spitzhacke tut ihr letztes Werk.

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      Die Spitzhacke tut ihr letztes Werk.
Dreißig Betriebe sind stillgelegt worden, 1495 Arbeiter beziehen zur Zeit die Unterstützung nach dem Genter System, 1898 stehen im Genusse der teilweisen Unterstützung, 3241 erhalten Ernährungskarten und ungefähr 2000 stehen vor dem Nichts.

Von 26.000 Einwohnern des Bezirkes Kratzau sind 8634 ohne Arbeit und Verdienst oder mit andern Worten jeder dritte Einwohner ist arbeitslos.

Über die Besichtigung dieses Gebietes, an der das Fürsorgeministerium durch Dr. Holth, die Bezirksbehörde Reichenberg durch Oberrat Dr. Ritt vertreten war und von den Parlamentariern teilnahmen: Abg. Bobek (christlichsoz.), Abg. Windirsch (Bund der Landwirte), Roscher (Soz.-Dem.), Necas (Tschech. Soz.-Dem.), die Senatoren Eichhorn (Gew.-P.) und Kostka (A.W.G.), berichtet die Deutsche Presse:

      "Beim Bahnübergang in Grottau erwarteten Bürgermeister Ulbricht und Stadtrat Neuhäuser die Volksvertreter, worauf der fast leerstehende »Betrieb Adolf Müller« besichtigt wurde. Der Eindruck der hier herrschenden Stille war überraschend und die Gäste schienen sichtlich betroffen über die hier gesehene traurige Wirklichkeit. Anschließend ging die Fahrt zum Betriebe »Veritas« und zum Sägewerk an der Dammstraße. Nun sollte der größte Fabriksfriedhof, »Cosmanos«, aufgesucht werden. Im Fabrikshof harrte bereits die Görsdorfer Ge- [343] meindevertretung auf die Parlamentarier und auch die Firma hatte wichtige Tatsachen zur Aufklärung vorbereitet. Leider war es eine Gruppe von Arbeitslosen, die durch ihre Aufstellung auf der Straße vor dem Toreingang zur Fabrik und ihre lauten Sprechchöre diesen wichtigen Zweck vereitelten, denn die Vertreter vermieden das Aussteigen und fuhren nach etwas Aufenthalt weiter. Nur der amtierende Gemeinderat von Görsdorf, Herr Endler, stieg zu. Die Gendarmerie mußte die vor dem Auto stehenden Arbeitslosen zum Platzverlassen anhalten. Gerade die Besichtigung dieses Betriebes mit den teilweise ausgeräumten Fabriksräumen und der Verödung der großen Anlage sollte zu einer erfolgverheißenden Aussprache führen. Gerade an diesem Orte hat die Handlungsweise des Häufleins einiger Arbeitsloser der guten Sache bestimmt viel geschadet. Die Fahrt ging nun, um ein Auto mit Arbeitslosen vermehrt, über die Neissebrücke bei George Elster, wo die wichtige Neisseherrichtung aufgezeigt wurde, weiter durch Görsdorf und über die große Neissebrücke nach Grottau zur Firma Haurowitz, wo Herr Ulbricht die vorbereiteten Unterlagen über die Beschäftigung der Firma einst und jetzt in Empfang nahm und weiter übergab. Bei der Firma H. Müller hatten die ausgestiegenen Parlamentarier eine Unterredung mit den Firmavertretern und hörten daraus den Rückgang der Arbeiterzahl und der Arbeitszeit. Die jährliche Lohnsumme ist von 3,8 auf 1,5 Millionen Kc gesunken. Auf der Höhe des »Neisseberges« wurde den Fahrtteilnehmern dann die geplante neue Neisse-Wehranlage erläutert. Die Fahrt nach Ketten wurde oft für die sich an den Autobus anhängenden Arbeitslosen gefährlich. Nach langsamer Vorbeifahrt am Betrieb »Limburger« in Ketten trafen die Gäste im Bahnhofsgasthaus in Ketten zur Mittagsrast ein. Dort hatte sich eine größere Anzahl Arbeitsloser versammelt, die beim Aussteigen aus dem Autobus die Abgeordneten und Senatoren mit Klagen und Wünschen bestürmten.
      Mehrere Parlamentarier machten sich hievon Aufzeichnungen. Schon um 1 Uhr wurde die Weiterfahrt wieder angetreten, die durch das Kronauer Tal über Weißkirchen nach Kratzau führte. Dabei wurden die Betriebe »Kronau« in Ketten, Pfohl und Jäger in Weißkirchen zur besonderen Beachtung gezeigt. Bei der Klingerfabrik erfuhren die Parlamentarier, daß diese der modernste Betrieb dieser Firma war (1902 erbaut), für 800 Arbeiter Brot gegeben hat. Auch die »Königfabrik« in Kratzau, die zu Schleuderpreisen verkauft worden war, fand Erwähnung. Von der Staatsstraße aus gingen dann die Teilnehmer der Besichtigungsfahrt zu Fuß am Görsbachufer entlang, um die dort geplanten Notstandsarbeiten in Augenschein zu nehmen. Um zwei Uhr wurde die Fahrt nach Neundorf, Machendorf und Engelsberg fortgesetzt, wobei stillgelegte Betriebe, Straßenprojekte u. a. zur Sprache kamen. Um halb 4 Uhr begann dann im großen Gastzimmer des Hotels »Kudlich« die Schlußsitzung. Eine Anzahl [344] von Arbeitslosen wohnte dieser Sitzung ebenfalls bei. Bürgermeister Scholz dankte den Volksvertretern für die Besichtigung des Gebietes und sprach die Hoffnung aus, daß der Kratzauer Bezirk zum Notstandsgebiet erklärt werde. Als wichtigste Arbeiten nannte er die Neisse-Herrichtung an der Staatsgrenze bei Görsdorf, dann den Bau einer neuen Talsperre bei Buschullersdorf (6 bis 7 Millionen Kc), und gab bekannt, daß die Gemeinden überschuldet sind und nichts mehr tun können. Oberrat Ritt erläuterte einige geplante Arbeiten wie: die Neisse-Herrichtung an der Staatsgrenze in einer Länge von 900 Metern, dann in Ketten 600 Meter. Hier fanden bereits am 9. Januar die wasserrechtlichen Besprechungen mit den Anrainern statt. In Kratzau ist der Ausbau des rechten Görsbachufers geplant mit einer Uferstraße, dann der Ausbau der Straße Weißkirchen - Wetzwalde (270.000 Kc), weiters eine Teilregulierung des Görsbaches in Einsiedel und der Talsperrenbau bei Buschullersdorf, für Machendorf der Wasserleitungsbau nach Reichenberg..."

Gewählte Vertreter des Volkes - Deutsche und Tschechen - haben die Stätten des Verfalles gesehen und die Wünsche der Vernichteten gehört. Es fehlt ihnen nicht an dem guten Willen zu helfen, nicht an den Plänen und Ratschlägen das Elend zu mildern. Die Bürokratie, die regiert, weiß, daß es ihre Aufgabe ist, hier nicht zu helfen. Und hinter ihr steht der starke Arm des Staates, den die Erwerbslosen früher zu fühlen bekommen als seine fürsorgende Hand...

Vom Geist der tschechischen Bürokratie aber, als der Allmacht im Staate, künden die kurzen Meldungen der Presse einiger Tage:

      "Wie uns aus Teplitz-Schönau mitgeteilt wird, werden bei den Reparaturarbeiten auf dem dortigen Hauptbahnhof, die von dem tschechischen Baumeister Port aus Lobositz ausgeführt werden, nur tschechische Arbeiter aus dem Bezirk Lobositz verwendet.... Auch andere tschechische Firmen, die im deutschen Gebiet öffentliche Arbeiten durchführen, stellen grundsätzlich keinen deutschen Arbeiter ein. Dies ist z. B. bei dem Schulbau in Hundorf, bei den Bauarbeiten auf dem Masaryk-Schacht in Preschen und bei den Biela-Regulierungsarbeiten in Hostomitz der Fall. Die deutschen Arbeiter haben in diesen Fällen nur das Recht, um Arbeit nachzufragen, das Recht, wirklich zu arbeiten, bleibt ihnen benommen...."
Sozialdemokrat, 23. August.



      "Bei Errichtung der Staatsstraße Pilsen - Karlsbad sollten mehrere deutsche Arbeitslose Beschäftigung finden. Die Gendarmerie, die den Auftrag hatte, »verläßliche Elemente« namhaft zu machen, wandte sich an den Ortsgruppenleiter der sozialdemokratischen Partei, sodaß ausschließlich nur sozialdemokratisch organisierte Arbeiter angestellt wurden."
Volksruf, 24. August.



[345]   "Die zweischichtigen Arbeiten bei dem Staatsstraßenbau gegen Reitendorf geben Grund zu Klagen. Die Arbeiten erhielt eine Prager Firma, die wahrscheinlich von diesen den Tiefbauvertrag verletzenden Arbeiten gar nichts wissen dürfte..."
Nordmährischer Grenzbote, 25. August.



      "Bei dem Postneubau (in M. Schönberg) fand dieser Tage die Vergebung der Tischler- und Schlosserarbeiten statt. Wie... verlautbart, sind die hiesigen Gewerbetreibenden leer ausgegangen..."
Nordmährischer Grenzbote, 26. August.



      "In Strobnitz (Gerichtsbezirk Gratzen) bewarben sich fünf einheimische Deutsche um den Postverkehr zwischen Strobnitz und Brünnl. Ein Tscheche aus der Schweinitzer Gegend wurde jedoch damit betraut."
Sudetendeutsche Pressebriefe, 27. August.



      "Ich ging zur Bezirkshauptmannschaft B. Budweis... Als ich deutsch sprach, fuhr mich der Beamte an: »Sie müssen tschechisch sprechen!« Ich antwortete, daß ich nicht tschechisch könne, worauf der Beamte erklärte: »Sie müssen es lernen, ich kann nicht deutsch.« Er reichte mir das Rezept zurück und als ich es... nicht annehmen wollte, warf er es auf den Fußboden... Eine Beschwerde bei höheren Beamten brachte nur die Antwort, daß da eben nichts zu machen sei..."
Budweiser Zeitung, 26. August.



      "Die sog. »Obere Fabrik« der Firma M. B. Neumanns Söhne, Königinhof in Dittersbach, die seit dem Jahr 1926 vollständig stillsteht, wird abgetragen werden. Die Fabrik, die in der höchsten Blüte in den neunziger Jahren gegen 300 Arbeitsplätze bot, ist eine der ältesten Betriebsstätten des Friedländer Bezirkes."
Neues Volksblatt, 28. August.



      "Das Präsidium des Landesschulrates hat verfügt, daß die vierklassige deutsche Volksschule in Trupschitz bei Komotau zeitweilig in eine dreiklassige umgewandelt wird..."
Reichenberger Zeitung, 29. August.



      "In Krombach bei Zwickau erschien beim Obmann des Gebirgsvereines der Steuerexekutor und nahm wegen eines Gebührenrückstandes von sage und schreibe 80 Hellern eine Pfändung vor."
Abwehr, 30. August.



      "... die Firma Püchner, eine der größten Teppich- und Stoff-Firmen, liquidiert... Das große, neuerbaute Haus in der Sprudelstraße, das unter Zwangsverwaltung steht, wird zwangsversteigert..."
Egerer Zeitung, 1. September.



[346]   "Zwecks Erhaltung der tschechischen Minderheitsschule in Nebes in Nordmähren siedelte die Nar. Jednota einen kinderreichen Familienvater mit der Versprechung an, ihm einen Straßenwärterposten zu verschaffen. Der Mann wurde jedoch nicht Straßenwärter, sondern Schuldiener.... Er kann den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, der Erhalter einer tschechischen Minderheitsschule mit neun Kindern zu sein, die mit einem Kostenaufwand von 110.000 Kc errichtet wurde."
Reichenberger Zeitung, 1. 9.



      "Eine neuartige und beachtenswerte Betriebswiederaufnahme soll in Böhmisch-Kamnitz ins Werk gesetzt werden. Dort steht schon seit zwei Jahren... die Stoffabrik Schrader still... haben sich Interessenten gefunden, die bereit wären, die Fabrik »auszuschlachten«... Um der Gefahr entgegenzuarbeiten und die Heimat vor einem kaum jemals wieder gutzumachenden Verlust zu bewahren, wollen nun Heimattreue und verantwortungsbewußte Menschen eine Art Gemeinschaftshilfe organisieren."
Reichenberger Zeitung, 1. 9.


Würde man all die Einzelfälle des Alltages sammeln, sie würden jährlich einige Bände füllen.



[347] 0,8 Pfennige Stundenlohn

      "Schon früher gehörte das Adlergebirge zu den größten Notstandsgebieten Böhmens, doch konnten seine Bewohner bei 14stündigen Arbeitstagen durch ihre Hausindustrie (Handweberei, Netzen, Filetstrickerei, Erzeugung von Holzspanschachteln) wenigstens ihr Leben fristen. Besonders die Schachtelei, bei der Schachteln in verschiedenen Größen, wie sie die Apotheken, Molkereien usw. verwenden, verfertigt werden, wurde in den meisten Gebirgsdörfern eifrig betrieben. Dabei verdiente eine Familie von 3 bis 4 Köpfen in täglich 16stündiger Arbeitszeit einen reinen Wochenlohn von 35 Kc (!!), da für 10.000 Schachteln, die in dieser Zeit hergestellt werden können, 120 Kc gezahlt wurden, wobei 85 Kc für Holz und Klebstoff in Abzug kamen. Auf den Kopf entfiel also ein Wochenlohn von 8.50 Kc, d. s. 8 Heller (0.8 Pfennige) Stundenlohn.
      Um solchen Lohn arbeiteten die Adlergebirgler gerne! Jetzt aber entfällt diese Erwerbsmöglichkeit, da die Ausfuhr dieser Schachteln in das Ausland, auf die die Erzeuger bei der geringen Absatzmöglichkeit im Inlande angewiesen waren, infolge der Grenzschwierigkeiten (hohe Zollsätze) und der allgemeinen Wirtschaftslage ganz unterbunden ist. Ähnlich traurig liegen die Verhältnisse in der Handweberei. Für ein Stück Handwebe, d. i. 110 Meter, bekam der Weber noch im Vorjahre 90 Kc, heuer nur 65 Kc. Dafür muß die Familie fünf Tage arbeiten! Auch die Filetstrickerei, in der Frauen und auch Männer oft wahre Kunstwerke schufen, geht immer mehr zurück, findet immer weniger Absatz, wird immer schlechter bezahlt. Eine weitere Verdienstmöglichkeit, der bis vor zwei Jahren stark aufblühende Fremdenverkehr in den Gebirgsdörfern, wo besonders zahlreiche Reichsdeutsche eine unvergleichlich billige und schöne Sommerfrische verbrachten, ist selbstverständlich in stetem Niedergang begriffen.
      So gehen die armen Bewohner des Adlergebirges, die meistens Kleinbauern und Waldarbeiter sind und entweder gar keinen oder nur so wenig Ackerboden besitzen, daß er sie unmöglich ernähren kann, immer mehr der Hungersnot entgegen. Kartoffeln und Salz, Suppe aus Wasser und Mehl, schwarzer ungesüßter Kornkaffee, wenn es hoch kommt trockenes Brot, bildet nurmehr ihre Nahrung. Fettstoffe fehlen fast ganz, Milch kommt meist wochenlang nicht in das Haus. Die meisten dieser Armen erhalten ja nicht einmal die wöchentliche Brotkarte und sind von jeder staatlichen Fürsorgeaktion ausgeschlossen, weil sie keiner gewerkschaftlichen Organisation und keiner Krankenkasse angehört haben. Wie es unter solchen Verhältnissen um den Gesundheitszustand dieser Menschen bestellt ist, kann sich jeder leicht vorstellen.
      Ihren traurigsten Ausdruck aber findet die Not der Adlergebirgler in ihren Kindern! Von unterernährten, abgearbeiteten Müttern schwach geboren, tragen sie schon die Keime der Rachitis, oft auch der hier stark verbreiteten Tuberkulose [348] in sich. 80 Prozent aller Säuglinge der armen Gebirgsdörfer leiden an ausgesprochener Rachitis und Anaemie, 20 Prozent der Kleinkinder bis zu zwei Jahren können infolgedessen noch nicht gehen und erreichen bis zu diesem Alter kaum ein Gewicht von 10 Kilogramm. In den nächsten Jahren wieder machen sich besonders skrofulöse Drüsen- und Augenerkrankungen häufig bemerkbar. Im schulpflichtigen Alter erwachsen dann den geistig und körperlich unterentwickelten Kindern neue Schwierigkeiten. In dürftigster Kleidung, ohne hinreichendes Frühstück kommen sie nach oft stundenlangem und im Winter fast ungangbarem Wege erschöpft in die Schule und sind vor Schwäche und Müdigkeit nicht imstande, dem Unterricht zu folgen, zumal da sie während der schulfreien Zeit die Eltern noch beim Erwerb des Lebensunterhaltes unterstützen müssen. Als Mittagsmahl bringen viele Schüler jetzt nur einige gekochte Kartoffeln mit zur Schule, da es in den Familien eben schon am täglichen Brote mangelt. Den Kindern mittags eine Milch- oder Suppenausspeisung zu gewähren, sind leider die wenigsten Schulen imstande."123

Knappheit des Bodens und Armut des Menschen ist das Schicksal des Gebirgsbewohners. Ihr einziger Reichtum ist die gesunde Luft, die auf ihren Bergen weht und die Schönheit ihrer Landschaft, die ihr in geradezu verschwenderischer Weise geschenkt ist. Aus den Häusern blickte schon immer Armut und Einfachheit. Aber heute grinst das Gespenst der Not aus ihren Fenstern mit seiner schrecklichsten Fratze...

Über die Not in Schlesien aber wird berichtet:



10.000 Menschen ohne Brot

"Fünf furchtbare Krisenjahre haben in das Leben von rund 10.000 westschlesischen Textilarbeiterfamilien untilgbare Spuren gegraben.

Die Jägerndorfer Schafwollindustrie
beschäftigte noch im Jahre 1929 5000 Menschen. Gegenwärtig sind es kaum 3000 und sie sind nicht voll beschäftigt. In Jägerndorf gibt es rund 1800 Lebensmittelkartenbezieher, zumeist Textilarbeiter! Der Grad der Verarmung dieser Menschen ist nur zum Teil an ihrem Äußeren sichtbar, denn mit einem geradezu heroischen Mute wehrt sich ein großer Teil gegen das Versinken in eine lumpenproletarische Jammerexistenz.

Freudenthal
ist die Heimat der Leinen- und Baumwollwaren von auserlesenem Geschmack und über Meere reichendem Qualitätsruf. Im Jahre 1929 fanden in der Freudenthaler Textilindustrie 3500 Arbeiter Verdienst und Brot, davon waren etwa 1500 [349] bis 1800 meist in der Umgebung wohnende Handweber als Heimarbeiter beschäftigt. Gegenwärtig stehen etwa 650 Textilarbeiter in den Freudenthaler Betrieben in zeitweiliger Beschäftigung und die Zahl der noch teilweise arbeitenden Handweber dürfte 800 kaum übersteigen.

Benischer Leinen
genießen ob ihrer unübertrefflichen Qualität und Haltbarkeit noch immer ihren alten Ruf. Trotzdem müssen Hunderte Benischer Textilarbeiter unfreiwillig die Hände ruhen lassen. Im Jahre 1929 gab es in den Benischer Betrieben 900 beschäftigte Textilarbeiter. Diese Zahl ist zusammengeschrumpft auf zirka 500, die zum Teil, so wie anderwärts, nicht voll beschäftigt sind.

Im Würbenthaler Kessel
gab es im Jahre 1929 noch drei Textilbetriebe mit insgesamt 1300 Beschäftigten. Im Jahre 1930 wurde die Jutefabrik stillgelegt und mehr als 500 Jutearbeiter verloren für immer ihren Arbeitsplatz und damit ihre schwankende Existenzgrundlage. Vor kurzer Zeit erst wurden die letzten Ziegelsteine der Jutefabrik weggetragen, und dort, wo einst 500 Menschen und ihre Angehörigen ihren Lebensunterhalt erhielten, erinnern höchstens einige Arbeiterwohnungen an eine bessere Vergangenheit.

In der "Perle der Sudeten",
in Freiwaldau, hat die Weltruf genießende Firma Regenhart & Raymann ihre Fabrikanlagen. Noch im Jahre 1927 waren an der Erzeugung gediegener und feinster Leinentischwäsche, hochwertiger, mit kunstvollen Dessins geschmückter Damaste 1600 Arbeiter beteiligt; dabei nicht eingerechnet einige hundert Handweber. Gegenwärtig beschäftigt die Firma noch etwa 800 Menschen bei Kurzarbeit und stark herabgedrückten Löhnen.

Die Zuckmanteler Seidenweber
leben bereits seit dem Jahre 1928 in einer furchtbaren Notlage. In der Schirmstoffweberei Adensamer & Co. wurden ehemals 250 Leute beschäftigt. Gegenwärtig schwankt die Zahl der Beschäftigten zwischen 30 und 70 bei Kurzarbeit und Löhnen, die jeder Beschreibung spotten.

Die Fezfabrik in Niklasdorf
gab einst 250 Menschen Verdienst und Brot. Die türkischen Reformen einerseits und kommerzielle Maßnahmen auf der anderen Seite haben es mit sich gebracht, daß die an sich stark gesunkene Fezerzeugung nach Strakonitz in Böhmen verlegt worden ist.

[350] Dieser Bericht erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Doch die Ziffern sprechen für den tiefer Blickenden Bände. Wenn von den ehemals in der westschlesischen Textilindustrie beschäftigten 10.000 bis 12.000 Menschen heute kaum noch die Hälfte einen Arbeitsplatz besitzt und die andere Hälfte seit einem halben Jahrzehnt auf geringe Unterstützung und Gelegenheitsarbeiten angewiesen ist, so ist das Gesamtbild gegeben.

Allgemeine Verelendung, Armut und Jammer, wohin man sieht. Hier Hilfe zu bringen, bedeutet Rettung von 10.000 Menschen vor dem Versinken in materielle und geistige Verarmung."124



Zum Hungerdruck Mißhandlungen und Folterungen

Eine Gruppe sudetendeutscher Arbeitsloser aus dem Adlergebirge, die infolge ihrer jahrelangen Beschäftigungslosigkeit und mangels jedweder Unterstützung sich in ihrer Notlage nicht mehr zu helfen wußten, wollten nach dem Reich auf Arbeitssuche, um hier für einige Zeit einen Lebensunterhalt zu erlangen. An der Grenzübergangsstelle in Hohenerlitz wurde ihnen der Grenzübertritt verwehrt. Infolge des scharfen Vorgehens des tschechischen Gendarmen und der durch eine Verzweiflungsstimmung bedingten Erregtheit der Leute kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, die zu Tätlichkeiten führten. Der Gendarm alarmierte die örtlichen Sicherheitsorgane, wie Finanzwache und Gendarmerie, und sogar das Überfallkommando der Gendarmerieschule in Königgrätz trat in Aktion.

In der Folge kam es zu Verhaftungen und Verhören der Bewohner des Grenzgebietes, wobei die Amtsorgane in blindwütigem Vorgehen und unter den nichtigsten Vorwänden Leute in ihren Wohnungen und von der Straße weg verhafteten und durch schwerste Gewaltmittel zu Geständnissen zu bewegen suchten, die der ganzen Angelegenheit einen politischen Hintergrund geben und nicht bestehende Zusammenhänge mit der Sudetendeutschen Partei nachweisen sollten. Weil die Verhafteten, deren Zahl auf 70 gestiegen war, derartige Geständnisse nicht machen konnten, wurden sie aufs heftigste gequält und mißhandelt. So wurde in einem Fall im Zimmer eines Gendarmeriepostens das Licht ausgelöscht. Ein Verhafteter wurde mit einem Stock auf die Fußsohlen und ins Gesicht geschlagen. In einem anderen Falle wurde ein Verhafteter in der Nacht im Auto aus der Stadt herausgefahren und draußen in der Dunkelheit so mißhandelt, daß er bewußtlos im Auto liegen blieb. Ein anderer Verhafteter wurde geohrfeigt, geboxt und mit Schuhen getreten. Ein Gendarm nahm ein Holzscheit und schnitt mehrere kantige Hölzchen ab, mit denen die Fingerspitzen des Gefolterten zusammengepreßt wurden. Umwohner des Gendarmeriepostens haben zu Pro- [351] tokoll gegeben, daß sie das Schreien und Stöhnen der Mißhandelten gehört haben. Der staatliche Distriktsarzt hat in 15 Fällen schwere Körperverletzungen festgestellt. Hierzu kommt noch eine Drangsalierung der Angehörigen der Verhafteten, die in ihrer Auswirkung eine tiefe seelische Verzweiflungsstimmung weitester Kreise der deutschen Bevölkerung im Adlergebirge zur Folge hat. Der ganze Vorgang beleuchtet schlagartig die Lage der verleumdeten und nun noch mißhandelten Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei. Er zeigt auch, was die Sudetendeutschen von der Humanität der Regierungsstellen zu erwarten haben und wie in Wirklichkeit die Demokratie in der Tschechoslowakei zur Anwendung kommt.

(Der Wahrheitsgehalt dieses an Sowjetrußland erinnernden Berichtes ist durch nicht zu bezweifelnde Zeugenaussagen und Protokolle belegt.)



Kleine Meldungen von großer Not

      "In der Nähe der Notkolonie »Beim kleinen Sandbruch« an der Peripherie von Brünn fand man im Straßengraben sitzend die 26jährige Arbeitersgattin Anna Tichy. In den Armen hielt sie ihren zweijährigen Sohn Leo, der bereits tot war. Er blutete aus zwei großen Stichwunden aus der Brust. Neben ihr stand ihr 5jähriger Sohn Anton, der leichtere Verletzungen am Ohr aufwies.
      Die Frau, die unverletzt war, schilderte der Polizei eine wahre Tragödie der Not. Sie, ihr 40jähriger Mann Anton Tichy und die beiden Kinder waren am 1. Jänner dieses Jahres nach Brünn gekommen, wo der Mann, ein unqualifizierter Arbeiter, Arbeit zu finden hoffte. Sie zogen in Königsfeld ein und lebten in Brünn in den traurigsten Verhältnissen, denn der Mann bekam keine Arbeit, so daß die ganze Familie sich bloß von der Arbeitslosenunterstützung und den allfälligen Löhnen aus Notstandsarbeiten ernährte. Den Zins zahlte Tichy pünktlich; dem Hauseigentümer gefiel aber die Familie nicht, da die beiden Kinder Tichys sehr oft im Hofe des Hauses Lärm machten. Tichy erhielt am 15. Juni die 14tägige gerichtliche Kündigung. Am 19. August sollte er gerichtlich delogiert werden. Tichy ging die Sache sehr nahe und er hatte mit seiner Familie zeitig früh die Wohnung verlassen, weil er hoffte, der Exekutor werde es in seiner Abwesenheit nicht wagen, die Wohnung zu öffnen. Als seine Frau kurze Zeit nachher mit der traurigen Nachricht kam, daß die Wohnung vollständig leer sei, wollten alle eine bekannte Frau aufsuchen. Zwischen Hussowitz und Königsfeld versetzte Tichy seiner Frau einen Hieb gegen den Kopf. Dann stieß Tichy dem zweijährigen Leo, den er vorher auf den Armen getragen hatte, ein langes Taschenmesser zweimal in die Brust und versuchte auch den 5jährigen Anton zu töten, ließ aber von dem schreienden [352] Kinde ab und lief in der Richtung gegen Königsfeld. Am 20. August in den ersten Morgenstunden wurde in der Nähe der sogen. »Teufelsmühle« auf der Bahnstrecke zwischen den Stationen Königsfeld - Rzeczkowitz die Leiche Tichys gesunden. Ihm waren der Kopf und der linke Arm vollständig vom Körper abgeschnitten worden. Tichy wird als ein anständiger und unbescholtener Mann geschildert, der immer zu seiner Frau und den Kindern gut war."

Rumburger Zeitung



      "Vor dem Postamt in Tropau (Schlesien) stürzte ein junger Mann plötzlich zusammen. Als er wieder zu sich kam, erzählte er, daß er schon 8 Tage nichts Genießbares außer Wasser zu sich genommen habe, und seit vier Jahren arbeitslos sei."
Brünner Tagesbote



      "In einem Gebirgsort im Adlergebirge fand man in einer ärmlichen Wohnstube die Leichen einer Frau und zweier Kinder, die in ungelenker Schrift die erschütternde Ursache für ihren Mord und Selbstmord angibt: "Ich kann das Hungern und das Rufen meiner Kinder nicht mehr mit ansehen und anhören. Ich habe sie und mich erlöst. Der liebe Gott möge mir verzeihen."
Reichenberger Zeitung



      "In einem niedergebrannten Strohschober fand man 16 verkohlte Leichen. Landstreicher? Nein! Sechzehn Menschen, die seit Wochen nach Arbeit suchten. Ein Unglücksfall, vielleicht? Vielleicht auch eine Verzweiflungstat..."
Brüxer Zeitung



      "Wer sehen will, was tatsächliche Not ist, der fahre in das schöne Industriegebiet Nordböhmens. Ich fuhr auf der Straße in der Umgebung von Karlsbad - es war am Abend - da fesselte mich ein Menschenhaufen, bestimmt über fünfzig, auf einem Kartoffelfeld. Was machen diese Menschen auf einem ausgepflügten Kartoffelfeld? Die Antwort war überraschend. Es sind lauter Industriearbeiter aus den unweiten, stillgelegten Textil- und Glasfabriken. Sie suchen auf dem Feld, ob nicht irgendwo eine Kartoffel liegen blieb. Wie die Fliegen waren sie auf dem verhältnismäßig kleinen Feld, sodaß im besten Fall auf einen ein oder zwei Kartoffel kommen können! Und doch unterzogen sie sich der Mühe, mit der leeren Hand den Boden zu zergraben und so eine Kartoffel zu suchen, die da vielleicht vergessen wurde."
Ceske Slovo



[353]   "Gablonz, die Stadt der falschen Diamanten, zählte vor dem Kriege unter 30.000 Einwohnern 40 Millionäre. Heute stehen Frauen in der eleganten Kleidung einer vergangenen Zeit auf dem Markt und verkaufen Wohnungsgegenstände, um sich Brot kaufen zu können, Bilder, die an Petersburger und Moskauer Szenen erinnern."
Gablonzer Tagblatt



      "In Mährisch-Ostrau starb das Mitglied des Gemeinderates, der Maurer Josef Podolsky, im 38. Lebensjahre an Unterernährung. Am selben Tage verschied seine Frau im Krankenhause unter ähnlichen Erscheinungen. Das Ehepaar hinterläßt acht unmündige Kinder im Alter bis zu fünfzehn Jahren."
Brünner Tagesbote



      "Aus Rothau-Neudeck wird gemeldet, daß die Gemeinde sich zwangsläufig veranlaßt sieht, die Schulkinderausspeisung, an der zirka 600 Schulkinder teilnehmen, mit 1. März einzustellen, da alle Mittel für diese Aktion aufgebraucht sind. Die Einstellung dieser Hilfsaktion für die ärmsten Opfer der Krise und Werksverlegung hat die größte Bestürzung hervorgerufen, da diese Aktion nun schon jeden Winter seit 1930 von der Gemeinde durchgeführt wurde."
Egerer Zeitung



      "Die Not der westböhmischen Bevölkerung wird immer größer. Die Arbeitslosigkeit bringt in immer mehr Familien bitteren Hunger. Am allermeisten leiden die Kinder darunter. In der Saison blüht die Kinderbettelei, im Winter suchen die Kinder durch Holzverkauf sich und ihrer verzweifelten Familie etwas zu helfen. Auch am Montag wiederum wurden vier Kinder wegen Holzverkaufes in Drahowitz von der Polizei angehalten. Erschütternd ist das, was diese Kinder erzählen. Der Vater arbeitslos, die Mutter krank daheim im Bett, im Topf nicht einmal ein Kartoffel. Sie hatten Hunger. Und so machten sich die vier Geschwister auf, gingen in den Wald, sammelten Holz und versuchten es dann in Drahowitz zu verkaufen. Drei Kinder sind schulpflichtig. Nach Angabe der Personalien wurden die bedauernswerten Kinder nach Hause geschickt."
Karlsbader Tageszeitung



      "Mitte August war neben dem Friedhof in B.-Leipa ein unbekannter Mann erhängt aufgefunden worden. Auf Grund der Nachforschungen der Polizei wurde jetzt in dem Toten der 36jährige Karl Blaha, Kontorist aus Leitmeritz, sichergestellt."
Rumburger Zeitung, 23. August.



[354]   "Im Saazer Gebiet sind Anfang dieser Woche die ersten Gruppen von Hopfenpflückern aus den Kohlenrevieren von Brüx und Dux eingetroffen. Gleichzeitig treffen große Gruppen sogenannter wilder Pflücker ein, die sich aus allen Teilen der Republik rekrutieren und auf irgendeinen Verdienst hoffen. Es befinden sich unter ihnen arbeitslose Intelligenzler, aber auch Hochschüler, die in den Sommermonaten Geld verdienen wollen, um studieren zu können."
Reichenberger Zeitung, 25. August.



      "Mittwoch vormittags befand sich der 24jährige Schneider Kubala aus Frankfurt a. R. mit seiner Frau in der Nähe der Bahnstrecke, als ein Zug daherkam. Kubala stieß plötzlich seine Frau zur Seite, lief auf die Bahnstrecke und warf sich vor den Zug. Ihm wurde vor den Augen seiner Gattin der Körper mitten durchschnitten, Kubala soll sich auf den Selbstmord seit längerer Zeit vorbereitet haben."
Zeit, 26. August.



      "Als Leiche aufgefunden wurde Donnerstag kurz vor Mittag im Walde bei Albrechtsdorf der Glasschleifer Franz Sippel, der zuletzt in Albrechtsdorf Nr. 85 wohnte. Sippel hatte sich am Tage vorher gegen Abend aus der Wohnung entfernt und nicht weit vom Hause entfernt im Walde seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht."
Volksruf, 27. August.



      "Auf der mächtigen Lettenhalde des Paulschachtes bei Oberleutensdorf hat sich im Laufe der letzten Wochen eine ganz beachtliche Siedlung entwickelt. Es wohnen dort zahlreiche Familien, deren Oberhäupter arbeitslos sind. Diese »Wohnungen« entsprechen in keiner Weise einer menschenwürdigen Behausung und doch sind diese armen Menschen froh, daß sie nun ein Plätzchen haben, von dem sie niemand vertreiben kann. Um den elenden Hütten mehr Halt zu geben, sind die Wohnräume halb in die Erde gegraben, so daß die meisten einer Höhle gleichen. Die Kinder dieser Siedler sind dadurch den schwersten gesundheitlichen Gefahren preisgegeben. Auch in der Nähe von Bruch erheben sich auf freiem Felde bereits mehrere solcher Wohnhöhlen, die von Familien bewohnt sind, denen es nicht mehr möglich war, den, wenn auch nur geringen, Hauszins aufzutreiben und die deshalb delogiert wurden. Im Sommer mögen diese Löcher noch notdürftig eine Zufluchtsstätte für Menschen abgeben; im Winter aber sind sie unmöglich benutzbar. Diesen Leuten auf irgendeine Weise eine menschenwürdige Behausung zu beschaffen, ist Menschenpflicht und die zuständigen Stellen werden sich mit dieser Frage befassen müssen, ehe der Winter seinen Einzug hält."
Brüxer Zeitung, 28. August.



[355]   "Es gibt wenige Gemeinden in Nordböhmen, die der Wirtschaftskrise so hilflos gegenüberstehen, wie Rixdorf, und in der das Elend so furchtbar einkehrte. Die Fabriken beschäftigen nur einen Bruchteil ihrer normalen Belegschaft bei sehr schmaler Brotration; die Löhne gleiten tiefer und tiefer. Aus dieser wirtschaftlichen Struktur ergibt sich zwangsläufig, daß eine Besserung dieser beängstigenden Verhältnisse nur erzielt werden kann 1. durch ausreichende Exportmöglichkeiten, 2. durch Zuweisung von Staatsaufträgen, 3. durch umfassende Rekonstruktion aller Durchzugsstraßen, 4. durch Ausbau des Nixdorfer Bezirkskrankenhauses, dessen andauernd hohe Belegung für den Winter empfindlichen Platzmangel befürchten läßt. Die Agenda des Stadtamtes gleicht der einer Fürsorgeanstalt. Täglich kommen bedrängte Menschen mit Bitten; der eine kann keine Miete bezahlen, der andere hungert und friert mit seinen Kindern, der dritte hat nichts anzuziehen und der vierte ist arbeitsunfähig, krank usw. Unverzügliche Staatshilfe ist das dringendste Gebot der Stunde und daß sie Tatsache wird, dazu mögen hoffentlich die Reichenberger Worte des Staatspräsidenten Dr. Benesch beitragen."
Reichenberger Zeitung, 28. August.



      "Abgängig ist, wie aus Warnsdorf, 29. August, berichtet wird, die 70 Jahre alte, aus Zeidler gebürtige und nach Warnsdorf zuständige Marie Richter, geb. Pietschmann. Die Frau, die bei Warnsdorfer Verwandten wohnte, begab sich dieser Tage auf Arbeitssuche, hielt sich einige Zeit in Lobositz auf und schrieb nun von dort einen Brief, in dem sie mitteilt, daß sie keine Arbeit zu finden vermochte und deswegen beschlossen habe, ihrem Leben ein Ende zu machen; ihre Sachen sende sie nach Warnsdorf zurück."
Rumburger Zeitung, 29. August.



      "Freiwillig aus dem Leben geschieden ist in Warnsdorf in der Nacht zum Sonntag der 43jährige, verheiratete, arbeitslose Malergehilfe Rudolf Tischer. Er hat sich in seiner im Hause Nr. 2110 befindlichen Wohnung in Abwesenheit seiner Anverwandten an der Türklinke erhängt. Als Motiv der Tat wird Schwermut angegeben."
Zeit, 30. August.



      "Dieser Tage fand man in der Nordbahnstraße unweit des Hotels »Union« einen gegen 30 Jahre alten Mann aus dem Hungergebiete der Glasgemeinde Oberpreschkau bewußtlos auf. Hilfsbereite Hände trugen den Besinnungslosen [356] ins Hotel »Union«, wo er zu sich kam und wo man ihn mit Speise und Trank labte. Es handelt sich um einen Mann aus Obergrund, der schon mehr als zwei Tage keinen Bissen in den Mund gebracht hatte und daher vor Hunger ohnmächtig geworden war. Schon früher war dieses Schicksal dem Armen passiert. Er gehört, das muß betont werden, zu der kleinen Gruppe der verschämten Armen...."
Nordböhmisches Tagblatt



Kleine, kurze Meldungen, beim Durchblättern der Tagespresse herausgeschnitten... Und sie werden in ihrer Kürze zu Künderinnen einer großen menschlichen Tragödie.

Und so könnte Elendsbild an Elendsbild gereiht und die Zahlen, die von der Katastrophe künden, die über 3½ Millionen deutscher Menschen hereingebrochen ist, in langer Reihe fortgesetzt werden.

Ob es sich nun um die übersichtlichen Darlegungen über die Wirtschaftslage amtlich anerkannter Wirtschaftskörperschaften oder um Ausführungen von Parlamentariern aller parteipolitischen Richtungen oder um Aufsätze und Schilderungen in der Tagespresse aller Parteien und Interessengruppen handelt, sie zeigen alle den gleichen Inhalt und das gleiche Bild. Sie sind eben Ausschnitte aus dem Leben des Sudetendeutschtums, die es in seiner traurigen Wirklichkeit von jeder Warte und durch jede Parteibrille gleich zeigen, gleich düster, trostlos, ernst und erschütternd. Und sie lassen die nüchternen Zahlen der Statistik zu einem warnenden Fanal werden.

Die Fabriken stehen still und durch die Werkhallen heult der Wind, vor den Toren aber stehen verzweifelte, hungernde Menschen. Die Tuberkulose malt ihre Todesmale Kindern und Erwachsenen auf die eingefallenen Wangen. Menschen brechen auf der Straße zusammen, die Krankenhäuser sind überfüllt. Einzelbilder? Einzelschicksale? Nein, sie wiederholen sich auf einer Fahrt vom Böhmerwald bis zu den Karpathen fast in jeder Familie, in jedem Ort, im ganzen deutschen Gebiet zehntausendfach, und werden zum Ankläger eines Systems, das in der Welt von Humanität spricht und im eigenen Staate die Unmenschlichkeit zum Prinzip erhoben hat!

Hat es noch etwas mit Menschlichkeit zu tun, wenn man Menschen sterben läßt, nur - weil sie Deutsche sind? Seit Jahr und Tag erschallen die Verzweiflungsrufe der Hungernden, und die Antwort der Prager Humanität ist, man schickt ihnen Staatspolizei mit Panzerwagen, statt Brot und Kartoffeln oder man quittiert die Hilferufe mit Haß und Hohn! Es ist der Weisheit letzter Schluß, den hungernden Arbeitern eine Freifahrtkarte in das Sowjet- [357] paradies zu schicken, um sie nur los zu sein und sie im Land des Massenmordes im allgemeinen Blutstrudel und Hungerelend untergehen zu lassen! Das ist die Arbeitslosenfürsorge in einem humanitär-demokratischen Staate, das ist die Humanität und das wahre Gesicht der Prager Demokratie!

Eine der sudetendeutschen Massenversammlungen der letzten Zeit.

[357]
      Eine der sudetendeutschen Massenversammlungen der letzten Zeit. Aus der harten gemeinsamen Not und Bedrückung durch den Staat wächst die Kampfentschlossenheit heraus.
Vor kurzem richtete der Führer der Sudetendeutschen Heimatbewegung, Konrad Henlein, vor 60.000 Sudetendeutschen einen Appell an die Welt: "Helfet, hier sterben Menschen Hungers!" Die Antwort der tschechischen Humanisten aber war: Vernichtet die Deutschen, sie sind die Feinde des Friedens! Und sie zählten auf, was zu ihrer Vernichtung führt: Enteignung ihres Grundes und Bodens, Enteignung der Bergwerke, die noch in ihren Händen sind, Entfernung aus dem Staatsdienst und der Polizei. Und aus dem humanitätskündenden Munde Prager Staatsminister konnte man hören, daß die Not im ganzen Lande herrsche, eine Folge der Wirtschaftskrise sei und ihr keine nationalen Momente zugrunde lägen. Die Wirtschaftsnot der Sudetendeutschen ist der Spiegel ihrer nationalen Versklavung! Ein neutraler Beobachter erklärte jüngst, daß die Weltkrise der letzten sechs Jahre mit dem Hunger in diesem Lande unmittelbar gar nichts zu tun hat und mittelbar nur insofern, als beide, Weltkrise und sudetendeutsches Volkssterben, Auswirkungen einer gleichen Ur- [358] sache, nämlich des Wahnwitzes von Versailles und St. Germain sind! Und so ist es! Es war in den Zeiten wirtschaftlicher Hochkonjunktur, als

  • deutsche Staatsbeamte und -arbeiter von ihren Arbeitsplätzen vertrieben,
  • die Neueinstellung deutscher Beamter und Arbeiter unmöglich gemacht,
  • deutscher Boden geraubt und Forst- und Güterbeamte existenzlos, dadurch ferner die Neubildung deutschen Bauerntums unmöglich gemacht wurden,
  • deutsche Industrieunternehmungen deutsche Arbeiter entlassen und tschechische aufnehmen mußten, ihre Produktion durch die Errichtung tschechischer Werke einstellen oder ins tschechische Gebiet verlegen mußten.

Durch diese Maßnahmen, die auf die Vernichtung des Sudetendeutschtums abzielen, wurde es um rund 200.000 Arbeitsplätze beraubt! In diesen von Chauvinismus und Deutschenhaß diktierten Maßnahmen, die in das Rechtskleid eines Gesetzes gehüllt wurden, liegt die Wurzel alles Elends, der Anfang allen Hungerns und Leidens, das sein Ende nur im Sterben findet. Man kann die Schilderung der sudetendeutschen Elendstragödie nicht besser schließen als mit dem zusammenfassenden Urteil eines ausländischen Beobachters, der da schrieb: "So sind denn im deutschen Gebiete Böhmens, Mährens und Schlesiens 73 v. H. aller Arbeitsfähigen ohne Arbeit und im tschechischen sind es kaum 20. So hungern und verhungern die Sudetendeutschen und ihr Tod ist nichts anderes als der Vollzug des Clemenceau-Urteils gegen die 20 Millionen Deutschen zuviel auf der Welt."

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123Aus einem Aufruf des Frauenausschusses der Bezirksjugendfürsorge in Rokitnitz. ...zurück...

124Sozialdemokrat, Prag, 16. 10. 1935. ...zurück...

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200 000 Sudetendeutsche zuviel!
Der tschechische Vernichtungskampf
gegen 3,5 Millionen Sudetendeutsche
und seine volkspolitischen Auswirkungen.
Kurt Vorbach