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War Hitler ein Diktator?
Friedrich Christian Prinz zu
Schaumburg-Lippe
Teil 3 - Der "Diktator"
Was waren das überhaupt für Menschen, von denen die weltweiten Verleumdungen
ausgingen und heute noch verbreitet werden? Man kommt den Dingen nur auf den Grund, wenn
man fragt: was ist nötig, wenn man eine Verleumdung großen Stils machen will?
Die
Antwort kann leider nur lauten: Sehr viel Geld und Skrupellosigkeit sondergleichen.
Menschen mit sehr viel Geld und Skrupellosigkeit können niemals längere Zeit in
ihrer Heimat leben. Sie würden bald bekannt werden, unangenehm auffallen und in
Schwierigkeiten geraten. Warum sollten diese Leute ausgerechnet dort ihre Tätigkeit
ausüben, wo sie am leichtesten überwacht werden können?
Nein, solche Tätigkeit wird von Menschen gemacht, die aus politischen Gründen
ihre
Heimat verlassen
wollten - oder mußten - und die sich dadurch an den Menschen ihrer Heimat rächen,
daß sie diejenigen, von denen sie sich trennen mußten und die sie heimlich
beneiden,
schlecht machen. Sie entdecken plötzlich, daß die alte Heimat eigentlich gar nicht
ihre Heimat war. Und dann sind sie frei von irgendwelchen Bedenken.
Je mehr sie im Ausland über ihr Geburtsland herziehen, im Gespräch und bald
schon
in der
Presse - umso mehr merken sie, daß solche "Politik" auch rentabel für sie sein kann,
vielleicht sogar
sehr! - Es kommt nur darauf an, jene zu finden, denen gleichfalls daran liegen muß, das
Volk, von dem sie kommen, zu diffamieren.
Wer war und ist am empfindlichsten dem deutschen Export gegenüber? Zweifellos
England
und die USA, früher auch
Frankreich. - Also war nirgends eine antideutsche Propaganda so einträglich
unterzubringen, ja zu verkaufen, wie in England und den USA. Daß von diesen beiden
Staaten die USA in dem Zusammenhang viel interessanter waren und sind, versteht sich von
selbst. Nur in den USA ist dafür genügend Geld zu haben, nur in den USA versteht
man sich auf solche Geschäfte auf weltweiter Basis, und nur in den USA kann man die
dazu nötigen, absolut skrupellosen Geschäftemacher finden. Und Emigranten gibt
es
in den USA wohl mehr als irgendwo sonst. Dazu kommt, daß wir Deutschen, vor allem
seit
dem Zweiten Weltkrieg, alles, was aus den USA zu uns kommt, in geradezu grotesker
Übertreibung wichtig nehmen.
Einschränkend muß dabei aber gesagt werden, daß man allgemein
deutscherseits heutzutage fast nur mit jenen Amerikanern sympathisiert, die mit den seit
Bestehen
der Vereinigten Staaten herausragenden
Gesellschaftskreisen - also mit jenen, denen die USA ihren immensen Aufstieg und somit ihre
Macht und ihr Ansehen in der Welt
verdanken - fast nichts zu tun haben.
Aufgrund einiger Reisen nach drüben sind mir diese konservativen Kreise des
Südens sehr gut
bekannt - und ich schätze sie. Sie haben nichts gemein mit den Roosevelts und den
Kennedys, den Schlesingers, den Kissingers und den
Rockefellers - auch wenn diese noch so reich sind und bereits über längere Zeit auf
ihre Art äußerst erfolgreich sind.
War es nicht General Eisenhower, der ein Vermögen einsetzte, um eine der gemeinsten
antideutschen Hetzschriften aufzukaufen und an die Führung der Armee zu verteilen?
Als ich zuletzt für einige Wochen in den USA bei einigen sehr konservativen
Amerikanern
am Eriesee zu Besuch war, sagte ein angesehener Zeitungsverleger in seiner Tischrede
anläßlich eines zu Ehren des berühmten Mr. Krips und mir gegebenen
Lunches
zu mir:
"Lieber Prinz, wenn Sie jetzt wieder nach drüben reisen, in Ihre Heimat, dann sagen Sie
Ihren deutschen Landsleuten, daß wir Amerikaner niemals
etwas gegen die Deutschen hatten. Wir haben sie nie
gehaßt - auch im Krieg nicht. Wenn Ihre Deutschen sich aber weiterhin so schrecklich
verleumden lassen, wenn sie weiterhin nichts tun, all diese Lügen zu widerlegen und die
Lügner zum Schweigen zu bringen, wenn sie also weiterhin nichts tun, um des deutschen
Volkes Ehre zu wahren, dann werden die Deutschen bald keine Freunde mehr haben in der
Welt!!!"
Und gelegentlich dieses gleichen Besuchs lud mich ein besonders beliebter Pfarrer, Oberhaupt
einer großen
Gemeinde - zur Zeit meiner Haft beim IMT (= Internationales
Militär-Tribunal) Nürnberg dort
Armeepfarrer - ein, in seiner großen, besonders stattlichen Kirche am folgenden Sonntag
die
Predigt zu halten. Die Gemeinde
war - mit Hinweis auf meine Rede - bereits schriftlich eingeladen worden. Auf meine Frage, zu
welchem Thema ich denn sprechen sollte, denn um in englischer Sprache frei reden zu
können, müsse ich mich doch jedenfalls etwas vorbereiten, sagte er: "Das Thema,
das ich bekanntgegeben habe, lautet: 'Das Unrecht von Nürnberg'." Ich hätte es nur
mit Genehmigung der Botschaft meines Staates getan. Er, der Pfarrer, hatte das Erhängen
unserer Kameraden im Justizpalast zu Nürnberg miterleben müssen und war stets
gegen das Unrecht von Nürnberg gewesen. Seine Familie stammte aus Deutschland.
Im Justizpalast zu Nürnberg sprach mich auf dem Weg zum Verhör heimlich und
leise ein baumlanger Neger vom Wachbataillon an und sagte: "Du,
Prinz - du bist Sklave und ich bin Sklave - wir müssen zusammenhalten!"
Wir waren uns darüber im klaren, daß nicht "die Amerikaner" daran schuld sind,
sondern eine ganz bestimmte Art von amerikanischen Staatsbürgern. Es waren durchwegs
Emigranten meist jüdischer Herkunft und zum erheblichen Teil aus Deutschland
stammend. Viele von ihnen arbeiteten in den Büros des IMT als Vernehmer usw. Bei
ihnen
gingen die Verleumder ein und aus. Wenn Lügen einen amtlichen Charakter bekommen,
werden daraus sehr leicht
Urteile - und wenn es Todesurteile werden! Hören wir zum letzten Mal den guten Le
Bon:
"Die Geschichte der Verbrechen, die durch die Massen begangen wurden,
läßt
sich klar erkennen.
Als bezeichnendes Beispiel kann man die Ermordung des Gouverneurs der Bastille, du Launay,
anführen. Nach der Eroberung dieser Festung hageln von allen Seiten aus der aufs
äußerste gereizten Menge, die ihn umgibt, Hiebe auf den Gouverneur. Man
schlägt vor, ihn zu hängen, zu enthaupten oder an den Schweif eines Pferdes zu
binden. Bei dem Versuch, sich zu befreien, versetzte er einem der Umstehenden versehentlich
einen Fußtritt. Da macht jemand den
Vorschlag - dem die Menge sofort zujauchzt - der Getretene solle dem Gouverneur den Hals
abschneiden.
Dieser, ein stellenloser Koch, der halb und halb aus Neugier nach der Bastille gekommen ist, um
zu sehen, was dort vorgeht, meint, weil dies die allgemeine Ansicht war, die Tat sei patriotisch
und glaubt sogar, eine Auszeichnung zu verdienen, wenn er ein Ungeheuer tötet. Man gibt
ihm einen Säbel, mit dem er auf den bloßen Hals einschlägt. Da aber der
schlecht geschliffene Säbel nicht schneidet, zieht er ein kleines Messer mit schwarzem
Heft
aus der Tasche und vollendet (da er als Koch Fleisch zu bearbeiten versteht) erfolgreich seine
Operation."
Die Gesamtzahl der Todesopfer der Inquisition in Spanien, Italien und Frankreich, der
englischen
Revolution, der französischen Revolution und der russischen Revolution sowie der
marxistischen Aufstände in der Tschecho-Slowakei, in Ungarn, Österreich und
Deutschland zu Zeiten der Weimarer Republik läßt sich nur ungefähr
schätzen - dürfte aber neun Millionen übersteigen. Wenn wir dazu all
jene Deutschen - Männer, Frauen und Kinder - rechnen, die von den verschiedenen
Besatzungsmächten in Italien, Polen, Rumänien, der Slowakei, der Tschechei,
Ungarn, des gesamten Reichsgebietes usw. umgebracht worden sind, dann dürfte es sich
um weit mehr als 600,000 gehandelt haben.
Über 10,000 meist sehr junge Männer der Waffen-SS wurden nach Abschluß
des Waffenstillstandes ohne jedes Gerichtsverfahren lediglich deshalb umgebracht, weil sie das
Blutgruppenzeichen im Arm eintätowiert trugen, damit bei einer Verwundung sofort die
richtige ärztliche Versorgung einsetzen konnte. Der "Oberste Richter
der Waffen-SS und Polizei" bestätigte mir schon in Nürnberg, wo ich ihn
kennenlernte, daß die Zahl aller Wahrscheinlichkeit nach bei über 50,000 liege. Des
Obersten
Richters - Dr. Reinecke - Aussage beim IMT in Nürnberg war derart belastend für
die Sieger, daß der Nürnberger Prozeß ausgesetzt wurde, bis aus den USA die
Weisung kam, weiterzumachen. Leider gab es in Nürnberg zu wenig "Reineckes", sonst
hätte der große Prozeß und all seine Folgeprozesse niemals zu Ende
geführt werden können, gingen sie doch zu einem erheblichen Teil von dem
sogenannten Belastungsmaterial deutscher Verräter aus, die alle nur den eigenen Kopf zu
retten versuchten.
Wenn wir in Nürnberg zur Vernehmung geführt wurden, bekamen wir manchmal
zufällig einige dieser "Herren" zu
sehen - frühere Offiziere und Diplomaten, die einst den Eid auf Adolf Hitler leisteten und
ihre "Treue" nicht genug unter Beweis stellen konnten.
Ich weiß aus etlichen von Hitler im kleinen Kreis seiner nächsten Freunde getanen
Aussagen, daß er ganz außerordentlich viel von einer Eidesleistung hielt. Es war ihm
unvorstellbar, daß deutsche Beamte oder Soldaten ihren Eid brechen könnten. Er
hätte darum auch niemanden zu einer Eidesleistung gezwungen. Zudem wurde keiner
darüber im Zweifel gelassen, daß ein Eid auf den Führer stets
unabänderlich verbunden war mit dem Eid auf das Deutsche Reich. Wer also später
den Eid auf den Führer vorsätzlich brach, der brach zugleich auch seinen dem
Deutschen Reich gegenüber geleisteten Eid. Dies entsprach der Tradition, dem
ehemaligen
Eid auf "Kaiser und Reich".
Man wollte auch aus Sicherheitsgründen den Eid nicht an ein Menschenleben allein
binden. Die Eidbrecher haben also auch das Reich verraten, und das hat meines Erachtens viel
mit
der erfolgten Teilung Deutschlands
zu tun. - Es ist für alle Deutschen Zeit, sich daran zu erinnern und von diesem Standpunkt
her der Verleumdung unseres Volkes entgegenzutreten.
Und damit sind wir beim Kern des Problems angelangt, denn die weltweite Verleumdung all
dessen, was deutsch ist, hat keineswegs erst zu Zeiten Hitlers begonnen. Es ist nicht wahr,
daß dies durch ihn, seine Partei, seine Pläne und Taten hervorgerufen worden ist.
Wahr ist, daß die Verleumdung des Deutschen Reiches und Volkes bereits einsetzte, als
der
Reichsgedanke, durch Otto von Bismarck mit dem Preußentum verbunden, allen
deutschen
Menschen eine gewaltige Möglichkeit bot. Je mehr die Verleumder sich mit all ihrem
Haß auf den Kaiser und seine Fürsten
konzentrierten - und später dann auf Adolf Hitler und seine Bewegung - umso mehr war
ihr
großes und einziges Ziel die Vernichtung des Reiches und die völlige Entmachtung
des deutschen Volkes.
Die Methodik der Verleumdung läßt das nur allzu deutlich und immer wieder von
neuem erkennen. Warum sonst regen sich denn eben diese gleichen Kreise überhaupt
nicht
auf, wenn andere Staaten, andere politische Mächte, andere Völker viel, viel
Schlimmeres tun als das, was unserem Volk angedichtet wird?!
Die Geschichte der Deutschen hat nichts aufzuweisen, was auch nur im Entferntesten zu
vergleichen wäre mit der Inquisition, mit der englischen und der französischen
Revolution, mit den russischen Revolutionen und mit allem, was uns Deutschen nach
Abschluß des Waffenstillstandes von einigen Siegermächten angetan
worden ist - wobei ich ausdrücklich erwähnen muß, daß meines
Erachtens auch diese Siegermächte keineswegs die Schuldigen sind, sondern daß
der
Schuldige fast immer jene mehr oder wenige anonym kämpfende Macht ist, die
ausschließlich mit Verleumdung und Hetze
arbeitet - und zwar seit über hundert Jahren!
Eben diese Macht arbeitet systematisch nicht für ein Land und aus einem Land, sondern
stets international. Der grenzenlose Mißbrauch der Demokratie in sehr vielen Staaten
dieser
Erde bietet jener internationalen Gangsterbande der Hetzer und Verleumder jede
Möglichkeit, große Teile der Menschheit zu terrorisieren, damit es bald keine
Völker mehr, sondern nur noch eine "Masse Mensch" gibt, welche sich nach Belieben
verschachern läßt.
Weil unser Volk so gut und tüchtig und angesehen war, steht es seit Jahrzehnten als die
Nummer Eins auf der Abschußliste jener Verleumder. Ein Europa ohne das Deutsche
Reich ist nicht mehr das "Abendland". Und gerade die dem Materialismus immer mehr
verfallende Menschheit braucht ein "Abendland".
"Es ist möglich, daß der Deutsche noch einmal von der
Weltbühne
verschwindet; denn er hat alle Eigenschaften, sich den Himmel zu erwerben, aber keine einzige,
sich auf Erden zu behaupten, und alle Nationen hassen ihn wie die Bösen den Guten.
Wenn
es ihnen aber wirklich einmal gelingt, ihn zu verdrängen, wird ein Zustand entstehen, in
dem sie ihn wieder mit den Nägeln aus dem Grabe kratzen möchten."
Hebbel, Tagebücher, 4. Januar
1860
Und damit komme ich zum "Diktator" Hitler. Heute gilt
er - dank der Feindpropaganda - in der ganzen Welt als der Prototyp des Diktators, also des
"Alleinherrschers". Die Diktatur kann durch einen Einzelnen oder eine Gruppe (Parteidiktatur)
ausgeübt werden, schreibt nach 1945 das
große Bertelsmann-Lexikon. (Zitat:)
"Nach ihrem Ursprung aus der römischen
Republik gilt die Diktatur als Auftrag zur Beseitigung gewisser Notstände (Krieg,
Bürgerkrieg), ihre Dauer ist damit zeitlich begrenzt, ihre Ausübung an bestimmte
Regeln gebunden....
In der modernen Geschichte ist die Diktatur eng mit dem Aufkommen der modernen
Verfassungen verbunden. Sowohl in der englischen Revolution von 1642/49 wie in der
französischen von 1789/99 endete die ursprüngliche freiheitliche Volksbewegung
in
der Diktatur, die hier nicht von einzelnen, sondern von bestimmten Gruppen und nicht im
Auftrag,
sondern aus eigener Machtvollkommenheit unter Berufung auf religiöse Motive oder das
Recht der Volkssouveränität ausgeübt wurde. Auch hier wurde die Diktatur
als vorübergehende Maßnahme zur Heranbildung eines neuen Geschlechts und zur
Ausrottung der alten, verderbten Generation angesehen, sie endete jedoch in der Alleinherrschaft
eines Cromwell oder Napoleon.
...dabei wird oft übersehen, daß auch das moderne Strafrecht die kommissarische
Diktatur als Notstandsmaßnahme kennt, so die Weimarer
Verfassung (§ 48) - auch Ermächtigungsgesetz...
...Eine Staatsform, in der die Ausübung der Staatsgewalt in oberster Zuständigkeit
bei einem Staatsorgan zusammengefaßt ist, (so) im Dritten Reich anfangs beim
Staatskabinett, später beim Staatsoberhaupt, in der Sowjetunion beim Parlament, wobei
wohl aus organisatorischen Gründen eine Gewaltentrennung durchgeführt, nicht
aber
der Grundsatz der Gewaltenhemmung verwirklicht ist;...
...Die Diktatur ist regelmäßig auch totalitärer Staat, dagegen in der
Gegenwart
nur selten absoluter Staat; vielmehr überwiegt die konstitutionelle Diktatur." (Zitat
Ende)
Wenn im Falle Hitlers überhaupt von "Diktatur" die Rede sein konnte, so meines
Erachtens
nur von einer konstitutionellen Diktatur, denn er handelte vor allem in wesentlichen Fragen
niemals ganz allein, weitaus meistens im Rahmen der einschlägigen Gesetze und im
Einvernehmen mit der Reichsregierung. In ganz besonderen Fällen hat er bekanntlich das
Volk abstimmen lassen und sich danach gerichtet (Saarland, Nachfolge Hindenburgs,
Ermächtigungsgesetz) - sei es durch Volksabstimmung, sei es durch den Reichstag.
Er hätte ganz sicher 1933 auch ohne Abstimmung im Reichstag zur Macht kommen
können. Aber er stellte sich und seine Regierung unter die Entscheidung des alten
Reichstages, wo mancher für ihn stimmte, der wie der spätere
Bundespräsident Theodor Heuss und der Bundeskanzler
Adenauer - es bestimmt ehrlich meinte und ihm die Stimme gab, ohne der NSDAP
anzugehören.
Hitler selbst hat sich niemals eingebildet, die Macht eines Diktators zu haben. Sein im Krieg
gemachtes Zugeständnis, "...wenn einer von uns die Macht eines Diktators hat, dann ist es
Roosevelt - der hat in seinem Land viel mehr zu sagen als ich in meinem...", besagt meines
Erachtens viel. Und Stalin hielt er für noch viel mächtiger als Roosevelt.

Als Hitler in das Palais des Reichspräsidenten einzog, beantragte er einige bauliche
Verbesserungen. Vor allem paßte ihm das entsetzlich altmodische Badezimmer
Hindenburgs nicht. Er ließ also die Einrichtung modernisieren, ohne besondere Kosten zu
verursachen. Da teilte ihm der Rechnungshof mit, er müsse die Kosten selber tragen und
außerdem hätte er keine Genehmigung zu der Veränderung
gehabt. - Hitler vertrat den Standpunkt, daß die uralte Einrichtung des Badezimmers
ohnehin hätte verschwinden müssen. Außerdem sei er der Meinung,
daß
der Führer und Reichskanzler doch wohl über eine Badewanne allein entscheiden
dürfe, damit nicht unnütze Zeit vergeudet werde. Er hat dann, soviel ich
weiß,
die Kosten aus seinem Privatvermögen bezahlt. Immerhin war das Palais Staatsbesitz.
Es war ungefähr zu der gleichen Zeit, als Hitler meiner Frau und mir - auf unseren
Wunsch - unter anderem auch sein Schlafzimmer zeigte. Es war ein etwas dunkles, recht schlicht
eingerichtetes Zimmer mit einem ziemlich altmodischen, sicher nicht sehr bequemen Bett.
Darüber hing ein Bild seiner Mutter, welches er
sich - wohl nach einem Foto - hatte malen lassen. Er sagte, es sei sehr ähnlich und eines
der
ganz wenigen Andenken an seine Familie, die er habe; er hänge sehr daran und freue sich
jeden Tag, es zu besitzen. Dieses eher spartanische Zimmer war ganz gewiß kein Rahrnen
für Ausschweifungen irgendwelcher Art, wie sie ihm von Geschäftemachern
angedichtet worden sind.
In den Jahren 1922/35 waren meine Frau und ich oft mehrmals in der Woche, mindestens aber
ein- bis zweimal abends bei ihm in seiner Privatwohnung in der sogenannten Neuen
Reichskanzlei. Die Wohnung war geräumig, aber unpersönlich. Er mochte sie
nicht.
Man saß zusammen um einen großen, niedrigen runden
Tisch - in Sesseln oder auf Stühlen, bekam Tee serviert und Gebäck und kleine
belegte Brote.
Es wird heute oft behauptet, er habe andere nicht zu Wort kommen lassen. Genau das Gegenteil
war richtig. Er bat die anderen, etwas zu erzählen, aus ihrem Leben usw. Er machte
Witze,
um die Unterhaltung aufzulockern und andere zum Mitmachen zu bewegen. Aber wenn das
absolut nicht glückte und er schließlich von allen gebeten wurde, doch selbst zu
erzählen, da das doch in vieler Beziehung interessanter
sei - dann gab er nach und erzählte stundenlang. Und ich muß sagen, es war sehr oft
ein großes Erlebnis, denn der Mann hatte ein hochinteressantes Leben bereits hinter sich.
Er
sah rückblickend alles mit einer unwahrscheinlichen Objektivität und daher
verblüffenden Bescheidenheit.
Ich weiß, viele werden mir das nicht glauben - ich kann es jedoch nicht ändern. Ich
schreibe nicht, um irgend jemandem einen Gefallen zu tun, sondern um der Wahrheit zu dienen.
Kann ich dafür, daß ich den schlechten Hitler niemals kennengelernt habe?
Müßte ich einen noch schlechteren erfinden? Wem würde ich damit helfen?
Meinem Volk ganz sicher nicht, und auf die Dauer auch nicht seinen Feinden.
Ich kannte sehr viele bekannte, ja auch berühmte Künstler, Politiker,
Staatsmänner, etliche regierende
Monarchen - fast möchte ich sagen rund um die Erde. Mit vielen von ihnen war ich
befreundet - genau so gut befreundet wie mit sehr vielen völlig unbekannten Arbeitern,
Bauern und Soldaten.
Aber - so einen Mann wie Adolf Hitler hat es meines Erachtens auch nur annähernd kein
zweites Mal gegeben.
Es ist sehr schwer, darüber zu schreiben, ohne ausgelacht oder gar verdächtigt zu
werden: wenn ich aber ganz ehrlich und wahr aussagen soll - und nur darum geht es mir ja, alles
andere wäre nicht nur sinnlos, sondern auch
schlecht -, dann muß ich zugeben, daß er ganz bestimmt ein ganz
außerordentlicher Mensch gewesen ist. Ich habe mich oft und allen Ernstes gefragt, ob
dieser Mann überhaupt mit anderen Menschen zu vergleichen
ist - oder ob man ihn von einem gänzlich anderen Gesichtspunkt aus betrachten
muß.
In einer großen älteren Villa vor den Toren von Wien gibt es über den
Weinbergen am Kahlenberg einen netten Keller, in dem sich nach dem
Zweiten Weltkrieg die höheren amerikanischen Offiziere sehr gerne abends
versammelten.
Eine Trinkstube, hätte man auch sagen können, rings herum zwischen dem
Gebälk mit Ornamenten ausgemalt.
Die Besitzerin, die schöne Fürstin Wittgenstein, führte mich da hinein und
bat
mich, die Malereien kritisch zu betrachten und erst danach die kunstvoll dazwischengemalten
Sprüche zu lesen. Ich sah mir alles sehr genau an und sagte, ohne irgendwie informiert zu
sein: "Mir scheint, daß der Maler zugleich ein Gefühl für
Architektur - besonders für gewisse Naturgesetze, zum Beispiel den 'Goldenen Schnitt',
hat, denn das paßt alles so großartig
zusammen." - "Das ist sehr interessant", sagte die Fürstin, "und nun sollst du die
Sprüche lesen."
Ich las - wörtlich kann ich es nicht mehr wiedergeben, aber sinngemäß ganz
genau: "Ich weiß, daß mein Leben ein ganz ungewöhnliches,
außerordentliches sein wird, aber das Ende wird eine Katastrophe
sein!" - Die Fürstin, übrigens keineswegs eine Nationalsozialistin, sagte mir nun:
"Das alles hat ein Lehrling gemalt und geschrieben. Auch die Worte, so erstaunlich sie sind,
stammen ausschließlich von ihm. Und hier ist die quittierte Rechnung, die ich in den alten
Akten gefunden habe, auf welcher geschrieben steht, daß alle Arbeiten von einem
Malerlehrling namens Adolf Hitler ausgeführt wurden."
Das waren Ornamente, Worte und Gedanken, welche nicht das Geringste mit Gewalt zu tun
haben - daß war der Ausdruck eines sehr tiefen Gefühlslebens, oder wenn wir es
absolut beim rechten Namen nennen wollen: es war etwas Faustisches (faustisch: tief forschend;
ringend; genial) in diesem letztlich immer rätselhaften Menschen.
Als einmal eine Unterhaltung zwischen ihm und Dr. Goebbels beiläufig in einem Disput
über das Faustische im deutschen Menschen mündete, da wurde Hitler
äußerst ernst und, fast möchte ich sagen, etwa melancholisch, wie ich ihn
sonst
niemals erlebte. Ich mußte an einen Ausspruch von Dr. Goebbels denken: "Manchmal ist
er
mir unheimlich - als lebte er nicht in dieser Welt - und merkwürdigerweise ist er gerade
dann am faszinierendsten. Ganz verstehen werde ich ihn
nie - er ist mehr als ein Mensch. Es gibt niemanden, der ihn so studiert hat wie ich. Doch wer
gibt
sich schon Mühe, diesen Mann wirklich
kennenzulernen - wer denn? Wer weiß von seinen hervorstechenden Eigenschaften, von
seiner Bescheidenheit gegenüber dem
Schicksal - wer ahnt das? Nicht einer! Wenn sie merken würden, daß er nicht ihr
Götze werden will, auch nicht ihr Gott, sondern daß er nur seiner Aufgabe lebt, die
nicht 'von dieser Welt' allein
ist - dann würden sie ihn fürchten, weil sie nichts Wirkliches wissen."
Ich habe mir die größte Mühe gegeben, Goebbels' Worte so genau wie
möglich aus der Erinnerung wiederzugeben. Ich habe sie erst niedergeschrieben, als sie
mir
so nahe waren, daß ich ihn zu hören glaubte. Natürlich half mir dabei
wesentlich die Tatsache, daß mich dieses Thema damals wie kaum ein anderes
interessierte.
Sir Houston Chamberlain schrieb in seinen Grundlagen des zwanzigsten
Jahrhunderts - 1. Band/Kapitel Erben - unter anderem: "Denn die Askese steigert die
intellektuellen Fähigkeiten und gipfelt, wenn mit eiserner Konsequenz
durchgeführt,
in der vollen Bewältigung der Sinne; diese mögen dann immerhin weiter,
gleichsam
als Material für die Phantasie, der mystischen Andacht einer heiligen Theresa oder der
mystischen Metaphysik eines Chandogya dienen, fortan sind es dem Willen dienstbar gemachte,
durch die Gewalt des Gemütes gehobene und geläuterte Sinne, was der indische
Religionslehrer auszudrücken sucht, indem er schreibt: 'Der Wissende ist schon bei
Lebzeiten körperlos.'"
An anderer Stelle schrieb Chamberlain zu dem gleichen Thema: "Denn nicht in dem, was er tun
wollte, sondern in dem, was er hat tun müssen, liegt die Größe jedes
außerordentlichen Mannes." Wer veranlaßte den jungen Malerlehrling Hitler, jene
Worte in dem Keller der Villa Kahlenberg zwischen die Ornamente zu malen? Es wäre
sinnlos gewesen, das zu tun, wenn er es nicht hätte tun müssen. Nur
eine
höhere Kraft konnte ihm den Mut und die Entschlußkraft dazu geben. Daß
er - der junge Hitler - die Arbeiten machte, steht, ausdrücklich durch den Meister
bestätigt, auf der Rechnung.
Und diese Gedanken, die so nahe liegen in dem gegebenen Fall, machen uns darauf aufmerksam,
daß jedes wirkliche Genie in etwa zumindest ein Universalgenie gewesen ist.
Ich selbst habe erlebt, daß Hitler in rein technischen Gesprächen mit
führenden
Männern
der Mercedes-Benz-Werke dominierte, also einer Elite von Technikern absolut überlegen
war.
Ich habe erlebt, wie er in einem Gespräch mit dem italienischen Justizminister, als dieser
das Parthenon genau beschreiben wollte, dessen architektonische Angaben bestritt. Es handelte
sich darum, daß Hitler die Gesetzmäßigkeit der Schönheit unter Beweis
zu stellen wagte und der Minister den Griechen dies nicht gönnte. Schließlich bat
Hitler mich, ihm einen Zeichenblock, Lineal und Stifte zu
besorgen - Radiergummi lehnte er ab.
Kurze Zeit später unterbrach er das Gespräch mit dem Minister und zeichnete sehr
schnell eine genaue Ansicht vom Parthenon. Aus dem Kopf, ohne jede Hilfe und völlig
unvorbereitet, denn niemand ahnte, daß das Gespräch mit dem Italiener zu diesem
Thema führen würde. Als die Zeichnung fertig war, wurde ein Lexikon geholt, in
dem die Maße angegeben waren. Sie
stimmten - umgerechnet natürlich - haargenau mit denjenigen der Hitler'schen Zeichnung
überein. Und dann war es Hitler ein Leichtes, nunmehr dem italienischen Minister
nachzuweisen, in welcher Beziehung das Naturgesetz vom "Goldenen Schnitt" als das Gesetz der
Schönheit in dem herrlichen Bau seinen Ausdruck findet.
Dienstlich oder politisch war ich für Hitler sicher nichts Besonderes. Aber gesellschaftlich
gesehen glaube ich, mochte er uns, meine erste Frau Alexandra Gräfin
zu Castell-Rüdenhausen und mich, sehr gern - bis andere uns von ihm fernhielten. -
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